Der Querschnitt

1921-1925 Verlag  der Galerie Flechtheim Berlin-Düsseldorf

1925-1933 Ullstein - Propyläen, Berlin

1933-1935 Kurt Wolff Verlag, Berlin

1935-1936 Stieglitzer Verlag, Berlin

1.1921-16.1936,10 (152 Ausgaben)

Als intellektuell anspruchsvollstes illustriertes Magazin der 1920er Jahre gilt zweifellos der „Querschnitt“. Seit 1921 veröffentlichte der Galerist und Kunstsammler Alfred Flechtheim die Hefte zunächst als Mitteilungsblatt seiner neuen Berliner Galerie. 1924 übernahm Hermann von Wedderkop im Hause Ullstein die Herausgeberschaft, und der an eine kulturinteressierte Oberschicht adressierte „Querschnitt“ etablierte sich bald als modernes Zeitgeistmagazin.

Die Ausgaben waren durch internationale Literaturbeiträge (z. B. von Hemingway, Majakowskij, Ringelnatz, Benn, Lasker-Schüler, Proust, Pound, Joyce) geprägt, zuweilen auch in Originalsprache, häufig in Erstübersetzung oder Erstdrucken. Ästhetisch herausragende lllustrationen und Fotografien stehen niveauvollem Geplauder im Feuilleton-Stil gegenüber. Porträts von Stars und Sternchen bieten ebenso ästhetische Reize wie die Akt- und Sportleraufnahmen oder aus den ungewöhnlichen Perspektiven des Neuen Sehens aufgenommene Straßenszenen. Typisch für den „Querschnitt“ sind zudem die in ihrer Zusammenstellung oft hintersinnigen, zuweilen auch provokativen Fotokombinationen der Kunstdruck-Teile.

1936 wurde „Der Querschnitt“ verboten: Vordergründigen Anlass boten sarkastische Fremdwort-Definitionen in Heft Nr. 9, die sich auf die aktuelle politische Situation beziehen ließen. Ein letztes Heft wurde im Oktober 1936 zwar noch produziert, aber nicht mehr an die Kioske ausgeliefert.