Das jüdische Magazin

Verlag  B. Pollak, Berlin

1.1929,1-4 (4 Ausgaben)

Das 1929 von einem kleinen Verlag in Berlin-Wilmersdorf verantwortete „Jüdische Magazin“ erinnert mit seiner Mischung aus Fotos, literarischen Texten, Sport-, Bücher- und Rätselecke dem Typus des „Querschnitt“, wirkt dabei freilich ernster und gelehriger als etwa der „Uhu“. Als wichtiges Ziel ist unverkennbar, den außergewöhnlichen Beitrag des jüdischen Volkes zum internationalen Kultur- und Geistesleben veranschaulichen zu wollen. Jede der vier Ausgaben widmet sich als Themenheft einer bedeutenden jüdischen Persönlichkeit (Walther Rathenau, Max Liebermann, Moses Mendelssohn, Yehudi Menuhin). Eine Monatszeitschrift für eine Kernzielgruppe von unter 2% der Reichsbevölkerung (sowie eine wohl ebenfalls nicht sehr große Zahl dezidierter Philosemiten) zu vermarkten, war ein gewagtes Unternehmen. Während auf der hinteren Umschlagseite noch für ein Abonnement geworben wurde, blieb die vierte Ausgabe daher offenbar schon die letzte.